Willkommen

Die zentralen Geschichten aus der Tora (auch als Bibel bekannt) kennt wohl fast jede/r. Die Erschaffung der Welt, Adam & Eva, Noah, Abraham, Moses und ihre Erlebnisse sind in unterschiedlicher Form mehr oder weniger Bestandteil unseres kollektiven Gedächtnisses. Aber wer hat die 5 Bücher Mose oder gar die Propheten oder Schriften wirklich gelesen? Wie viele sind eingetaucht in die Tora und haben sich mit den Texten auseinandergesetzt?
Dieser Blog ist ein Versuch, die Tora zugänglich zu machen. Ich werde sie ein Jahr lang abschnittsweise lesen, vorstellen, kommentieren – aber nicht in den traditionellen jüdischen Wochenabschnitten. Dieser Blog möchte eine Tür öffnen zu einem wundervollen Buch, möchte die spannenden großen und kleinen Geheimnisse der 5 Bücher Mose vermitteln und auch den einen oder anderen kritischen Blick werfen. Grundlage dafür ist die Tora in der revidierten Übersetzung von Rabbiner Ludwig Philippson, Herder-Verlag 2015.

Tora365 Blog

  • Quelle: unbekannter Künstler, aus dem Regensburger Pentateuch, um 1300 Die graue Eminenz – Teil 2

    11. November 2016 | Keine Kommentare

    Kommen wir zu den wirklich spannenden, weil zwischenmenschlichen Themen in der Awram-Geschichte. Saraj ist unfruchtbar und um überhaupt einen Sohn zu bekommen, schlägt sie selbst Awram vor, doch mit ihrer Magd Hagar ein Kind zu zeugen (16:2). Man ahnt die Verzweiflung einer kinderlosen Ehe, wenn man sich diesen Vorschlag nochmal genau durchdenkt. Natürlich wird Hagar schwanger und da sie ein Kind bekommt und Saraj nicht, betrachtet sie Saraj mit Geringschätzung – woraufhin Saraj sie wiederum demütigt und Hagar flieht (der erste „Zickenkrieg“ in der Menschheitsgeschichte?). Weiterlesen


  • "Abraham, Sarah und Hagar", Illustration aus einer Foster-Bibel von 1897 Die graue Eminenz – Teil 1

    2. November 2016 | Keine Kommentare

    Awram (später auch als Abraham bekannt) ist als Stammvater der Israeliten eine zentrale Figur in der Tora. Nach deren Zeitrechnung lebt er knapp 400 Jahre nach Noach, von dem er direkt abstammt. Awram heiratet Saraj  und zieht mit seinem Vater und seinem Neffen Lot (der wird noch eine Rolle spielen) von Ur-Kasdim nach Charan, wo der Vater stirbt. Nach dessen Tod erscheint G’tt und befiehlt Awram, in das Land zu gehen, das er ihm zeigen wird (12:1). Wenn Arwam das tut, wird G’tt ihn zu einem großen Volk machen und ihn segnen. Gesagt – getan, die ganze Gemeinschaft zieht bis Kena´an, aber aufgrund einer Hungersnot müssen sie nach Mizrajm (also Ägypten). Weiterlesen


  • Quelle: publicdomainpictures.net Macht denn das Sinn, Flut?

    26. Oktober 2016 | Keine Kommentare

    Schon die ersten fünf Kapitel der Tora zeigen ja, dass G´tt nicht zimperlich ist, was Strafen angeht. Aber um die komplette Welt unter Wasser zu setzen, muss schon schwer was passiert sein. Zunächst läuft eigentlich alles nach G´ttes Wunsch, der Mensch ist fruchtbar und vermehrt sich. Dabei zeugen offenbar auch die Söhne G´ttes (?) mit den Töchtern der Menschen Nachkommen, die Riesen nefilim genannt wurden und die „Männer von Ruhm“ waren (6:4). Aber die Menschen waren groß an Bosheit und voll von Gewalttaten – das betrübte G´tt und er entschied sich, alles Leben („von Mensch bis Vieh, bis Gewürm und bis Vögel des Himmels“) von der Erde zu tilgen (6:7). Weiterlesen