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Entnommen bei gartenjournal.net

Ein Start ins neue Jahr mit Honig und Äpfeln

Das jüdische Jahr wird anders gezählt als das „Standard-Jahr“ – das dürfte bekannt sein. Im Judentum beginnt das neue Jahr mit dem Monat Tischri, der üblicherweise im September oder Oktober liegt. Am 1. und 2. Tischri ist daher jüdisches Neujahrsfest, das Rosch HaSchana. Wörtlich bedeutet das „Kopf des Jahres“ und verdeutlicht somit nochmals, dass mit diesem Fest das neue Jahr beginnt – inzwischen immerhin das Jahr 5778.

Im Gegensatz zu Bleigießen oder Raketen knallen sind die Traditionen an Rosch HaSchana etwas gesitteter. Die wohl noch pompöseste ist das Blasen des Schofars, ein Instrument aus dem Horn eines Widders (hier mal ein Sound-Beispiel). Das Schofar soll an die Posaunen erinnern, die zu Ehren G´ttes bzw. zur Königskrönung geblasen wurden. Rosch HaSchana hat daher auch den Beinamen „Tag des Posaunenschalls“. Das Schofar soll aber auch die Zeit der Reue einläuten – eine Zeit von 10 Tagen zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur, in denen man sich auf das Glück und das Gute zurückbesinnen und für eine innere Umkehr und Reue nutzen soll. Üblicherweise sollen die Tage bis Jom Kippur genutzt werden, um Schulden zu bezahlen oder sich für falsche Taten zu entschuldigen. An Jom Kippur nämlich wird entschieden, ob man weiterhin im Buch des Lebens steht – doch dazu an anderer Stelle mehr.

Neben dem Schofar sollen einige symbolische Dinge den Start in das neue Jahr verdeutlichen: man isst die Kerne des Granatapfels, weil sie nicht nur süß sind, sondern auch Fruchtbarkeit verdeutlichen und unsere glücklichen Monemte so zahlreich sein sollen wie die Kerne des Granatapfels. Man isst einen Fischkopf, weil man damit symbolisch der Kopf des Fisches und nicht der Schwanz sein will. Und man ist Apfelscheiben mit Honig, damit das Jahr süß werden möge.

Natürlich sind diese Traditionen etwas mit Aberglaube verbunden – genauso wie Glücksschweine zu Silvester. Dennoch drücken sie den Wunsch aus, dass man das alte Jahr hiner sich lässt, abschließt und dann frei und unbeschwert in ein neues Jahr starten kann. In der Synagoge wird daher auch an diesem Tag alles in weiß gehalten – bekanntlich eine Farbe der Reinheit. Rosch HaSchana ist ein fröhliches Fest und entsprechend wird es auch gefeiert. Man wünscht den Menschen „Schana tova“ (ein gutes Jahr) oder – in Vorgriff auf Jom Kippur – „LeSchana towa tikatewu“ (mögest du für ein gutes Jahr eingeschrieben werden).

 

In diesem Sinne: Schana tova!

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