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entnommen bei juedische.at

Freude in den Hütten

Der Herbst ist aus jüdischer Sicht ein Monat mit vielen Feiertagen. Nach Rosch HaSchana und Jom Kippur folgt eines der schönsten und freudigsten Feste im Judentum: Sukkot. Abgeleitet ist der Name vom hebräischen Wort Sukka, was soviel wie Hütte bedeutet. Sukkot ist daher auch als „Laubhüttenfest“ bekannt. Neben Pessach und Schawuot ist es das dritte Wallfahrtsfest, an dem in biblischer Zeit das jüdische Volk zum Tempel pilgerte. Die Tradition des Festes ist jedoch ein wenig widersprüchlich.

Einerseits soll es an den 40 Jahre währenden Zug der Juden durch die Wüste erinnern. Auf diesem Zug gab es mehrere Wunder G´ttes, so das allseits bekannte Manna, dass vom Himmel fiel  (Schemot 16:4) oder die Wolke, die vor dem Volk herzog und ihnen den Weg wies (Schemot 13:21). Das Fest soll daher an die Widrigkeiten während dieser 40jährigen Reise erinnern – das Wohnen in einer kargen, zugigen Hütte ohne Dach ist ein Sinnbild dafür.

Andererseits heißt es aber auch in Waijkra 23:39, dass die Juden am 15. Tag des 7. Monats (genau der erste Tag von Sukkot) zu Ehren der Ernte („da ihr den Ertrag des Landes eingesammelt habt“) ein Fest begehen sollen. Sukkot ist denn auch als „Fest des Einsammelns“ bekannt – quasi eine Art Erntedankfest.

 

Kernpunkt des Festes ist das Wohnen in der Sukka – einer Hütte, für die es bestimmte Vorschriften gibt. So darf das Dach zwar Schatten spenden, aber es muss den Regen durchlassen und die Sterne müssen sichtbar sein. In unseren Breiten wird das Gebot des Wohnens aufgrund der Temperaturen in der Regel abgewandelt und auf die Mahlzeiten beschränkt. Die Sukka ist eine individuelle Angelegenheit und so sieht man in Israel, aber auch in anderen Ländern oft an Sukkot solche Hütten sogar auf dem Balkon – ob selbstgebaut oder mit einem fertigen Bausatz.

Ein weiterer zentraler Brauch des Festes ist der Lulav, der Feststrauß. Darin werden vier Arten von Pflanzen zu einem Strauß gebunden (bzw. 3 Zweige von Pflanzen und einer Frucht): ein Palmenzweig (Lulav), ein Myrtenzweig (Hadasim), Weidenruten (Arawot) und ein Zitrusfrucht (Ertrog). Dieser Strauß wird zeremoniell während der Gottesdienste verwendet und symbolisiert jeweils eine Art von Pflanzen, die für den Menschen von Nutzen sind.

Sukkot endet mit einem weiteren Fest – Simchat Tora, dem Freudenfest der Tora. Insofern kann man nach den besinnlichen Tagen zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur durchaus sagen, dass der Herbst im Judentum sehr fröhlich und feierlich endet. In diesem Sinne Chag Sameach!

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